Noch vor 7 Tagen hieß es für mich: Das Abenteuer beginnt! Los geht die Reise ins ungewisse! Alles was ich bis dahin von Kolumbien wusste, basierte nur auf den vielen Geschichten, Erzählungen, Erwartungen, aber auch Ängsten. Nun ist die erste Woche um und ich konnte mir endlich einen ersten eigenen Eindruck von dem vollkommen neuen Umfeld machen. Es waren 7 Tage, die zum einen unheimlich schnell vergangen sind und spannend waren, andererseits aber gleichzeitig das Gefühl vermitteln, schon eine Ewigkeit gedauert zu haben. Eine Zeit, die mir einen ersten Eindruck von Cali geben und mich auf das noch Kommende vorbereiten sollte.
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| Von der Schule in Montebello |
Dabei störte mich bis jetzt nur eine einzige Sache. Nämlich die Tatsache, dass es noch nicht richtig angefangen hat! Die Vorfreude und die Neugierde wachsen immer weiter und ich kann es kaum erwarten endlich mit der meiner eigentlichen Aufgabe zu beginnen.
Bisher haben wir die Tage größtenteils mit verschiedenen Vorbereitungen und der Eingewöhnung verbracht. Im Mittelpunkt stand die Besichtigung von verschiedenen Schulen, Waisenhäusern, Werkstätten oder Bibliotheken, da jeder Freiwillige seine eigene Projektstelle besuchen sollte, um sich schon mal vor Beginn darauf einstellen zu können. Da ich jedoch, als einziger aus der Gruppe, nach Cúcuta gehen werde, konnte ich an den Ausflügen nur als Begleitung teilnehmen. Erst am 4. Oktober, wenn jeder mit seiner eigentlichen Projektarbeit beginnt, werde ich dorthin fliegen, meine Gastfamilie kennenlernen und meine Schule besuchen können.
Bis dahin werden wir in kleiner Gruppen von jeweils etwa 4-5 Freiwilligen verschiedene Bauprojekte an dem „Colegio de las aguas“ durchführen. Dazu gehören das Bauen mit Bambus, die Begrünung der Anlage und die Errichtung von neuen Schulgebäuden. Das eigentlich angedachte Bauprojekt, die Regenbogenburg als Spielort für die Kinder, wurde leider um einige Monate nach hinten verlegt, da die Schulferien in Kolumbien kurzfristig verschoben wurden. Über das, was nächste Woche passiert, werde ich aber sicherlich in den nächsten Tagen genaueres berichten.
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| Eines der Bauprojekte |
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| Im Kinderheim |
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| und jetzt etwas älter |
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| Selbstportrait |
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| Gruppenfoto vor dem Gebäude |
Doch was gibt es sonst noch zu der ersten Woche zu sagen? Ich möchte im Folgenden gerne noch einige Dinge herausgreifen, die mir in irgendeiner Weise aufgefallen sind oder zumindest ungewöhnlich erscheinen:
Zum einen muss man sich an das ständig wechselnde Wetter hier gewöhnen. In Kolumbien würde eine verlässliche Wettervorhersage nicht funktionieren. Denn wie bei uns im April, wechseln sich Sonne, Wolken und Regen beinahe im stündlichen Rhythmus ab. Einzig allein die Temperatur befindet sich durchgehend oberhalb 20 Grad (meistens aber um 30) und ist somit mehr oder weniger konstant, doch unterscheidet sich das Temperaturempfinden bei den unterschiedlichen Witterungslagen enorm. Denkt man im ersten Moment noch, man hält es in der Hitze nicht mehr lange aus, kann sich dies im nächsten Augenblick umkehren und man fängt fast schon an zu frieren. Insgesamt finde ich das Klima und gerade die Wärme aber trotzdem sehr angenehm.
Und auch nur so können die vielen verschiedenen Obstsorten wachsen, die es hier so zahlreich gibt und die den Hauptbestandteil meiner Ernährung bilden. Selbst der normale Supermarkt, der problemlos zu Fuß vom Kloster zu erreichen ist, bietet schon eine große Auswahl an frischen Früchten wie z.B. Mango, Maracuja, Papaya, Ananas, Avocado oder Passionsfrucht. Und die Liste könnte ich problemlos noch weiterführen…
Eine weitere Umstellung erforderte die kolumbianische Mentalität und vor allem die Unpünktlichkeit, die es einem verbietet sich mit der gewohnten Planung an die Tagesgestaltung zu machen. Wer sich auf eine genaue Uhrzeit festlegt, sollte darauf gefasst sein, immer eine Weile warte zu müssen. Wie oft saßen wir schon fertig gepackt und bereit um uns auf den Weg zu machen und mussten feststellen, dass es dauern würde bis wir unsere Motivation beweisen dürften. Irgendwas musste vorher noch gemacht werden, irgendwer fehlte noch oder aber das bestellte Taxi ist einfach noch nicht gekommen. Selbst bei dem offiziellen Treffen mit den Leitern der verschiedenen Projekte war zur vereinbarten Zeit noch niemand da und es dauerte noch mehr als eine Stunde, bis die Runde vollständig war. Daher werden wir Freiwilligen in Kolumbien sicherlich noch viel Geduld lernen (müssen) und etwas von der Lockerheit der Kolumbianer übernehmen. Doch auch die Kinder und Jugendlichen, mit denen wir arbeiten, sollen von uns lernen und sich eine gewisse Pünktlichkeit angewöhnen.
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| In Montebello |
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| Aussicht aus Montebello |
Gerne würde ich noch mehr Dinge ansprechen, die mir im Alltag aufgefallen sind, jedoch würde das den Blogeintrag nur weiter in die Länge ziehen. Ich werde versuchen einiges in meinen nächsten Berichten nachzuholen, damit ihr euch ein besseres Bild von Kolumbien und den Gegebenheiten machen könnt. Bis dahin alles Gute!