„Gringo!“, diese Bezeichnung hören wir oft, wenn wir durch die Straßen von Cali gehen. Dabei bedeutet dies so viel wie Ausländer und ist sicherlich nicht als Kompliment zu verstehen. Mit unseren zum größten Teil blonden Haaren und der hellen Haut fallen wir natürlich sofort auf. Selbst vollkommen ungewollt und ohne etwas zu tun, erregen wir in der Stadt schon große Aufmerksamkeit, denn Europäer, wie wir es sind, sieht man hier sonst gar nicht. Gelegentlich bleiben einige der Kolumbianer beim Vorübergehen stehen und schauen uns erstaunt hinterher. Einmal fragte uns eine Frau sogar, ob sie ein Foto machen könnte, auf dem wir uns zusammen mit ihrer Tochter aufstellen sollten. Schade daran ist, dass wir so leider immer wieder daran erinnert werden, dass wir von weit weg kommen und Fremde in Kolumbien sind.
Doch trotz alledem sind die Menschen hier sehr herzlich und bringen uns viel Offenheit entgegen. Viele grüßen uns mit einem freundlichen Gesicht und beinahe alle reagieren auf Fragen mit großer Hilfsbereitschaft. Das schlechte Bild, das viele von Kolumbien haben, ist zum größten Teil unbegründet. Konnotationen, die an Drogen, Kriminalität, Unsicherheit und Terrorismus denken lassen, sind nur auf einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung zurückzuführen und werfen zu Unrecht schlechtes Licht auf das gesamte Land.
So ging auch ich mit dem Gefühl, mich vielen Gefahren auszusetzen und auf viele Freiheiten, wie beispielsweise das unbeschwerte Fortbewegen im Alltag, verzichten zu müssen, nach Kolumbien. Zu meiner Überraschung konnte ich nach meiner Ankunft jedoch feststellen, dass von der Unsicherheit und der Unruhe wenig zu spüren ist und man sich mit bestimmten Verhaltensregeln relativ sicher fortbewegen kann. Dazu gehört, dass wir uns immer in kleineren Gruppen befinden, bestimmte Stadtteile oder Gegenden meiden und nie viel Geld oder Wertsachen bei uns tragen. Ein bisschen etwas sollten wir aber immer dabei haben, um im Fall etwas abgeben zu können.
Ganz unbedenklich ist der Aufenthalt wohl nicht, jedoch konnten wir in der ersten Woche schon Vieles auf eigene Faust erkunden.
| Gefährliche Gegend? |
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